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Kirchen, Orgeln und Glocken in Münster
Altstadt - ev. Observantenkirche

Die Ott-Orgel der ev. Observantenkirche Münster (ev. Universitätskirche)

 


Die ehemalige Observantenkirche erhielt 1697 eine erste Orgel von Nikolaus Brunswick mit vermutlich 25 Registern auf zwei Manualen und Pedal. Das Gehäuse dieser Orgel hat sich in veränderter Form in der Liebfrauenkirche in Zwolle (NL) erhalten, wohin es um 1820 nach Reparaturen durch Overmann (Paderborn) 1790 und Melchior Vornweg (Münster) 1798 verkauft worden war.
Die säkularisierte, als Pferdestall und Requisitenkammer des Stadttheaters genutzte,  im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigte Kirche erhielt nach ihrem Wiederaufbau 1962 eine Orgel von Paul Ott (Göttingen), deren Disposition Prof. Dr. Rudolf Reuter entworfen hatte.
Mitte der 80er Jahre erwies sich eine Überholung nach umfangreichen Sanierungsmaßnahmen am Kirchengebäude als notwendig, die von der Erbauerfirma ausgeführt wurde. 1995 schloß Karl Schuke (Berlin) eine gründliche Wiederherstellung ab, bei der die Disposition geringfügig modifiziert wurde.

 

Disposition der Hauptorgel

II. Manual Hauptwerk C-g'''
1. Quintade 16'  
2. Prinzipal 8'  
3. Spitzflöte 8'  
4. Oktave 4'  
5. Gedackt 4' statt Terzzimbel III
6. Nasat 2 2/3'  
7. Oktave 2'  
8. Mixtur VI 2 2/3'   
9. Trompete 16'  
10. Trompete 8'   
I. Manual Rückpositiv C-g'''
1. Gedackt 8'  
2. Prinzipal 4'  
3. Rohrflöte 4'  
4. Gemshorn 2'  
5. Sifflöte 1 1/3'  
6. Sesquialter II  2 2/3' + 1 3/5'  
7. Scharff V  1'  
8. Dulzian 16'  
9. Krummhorn 8'  
  Tremulant    
III. Manual Brustwerk C-g''' (mit Schwelltüren)
1. Holzgedackt 8'  
2. Blockflöte 4'  
3. Prinzipal 2'  
4. Oktave 1'  
5. Quinte 1 1/3'  
6. Terz 1 3/5' 1995 
7. Regal 8'  
  Tremulant    
Pedal C-f'
1. Prinzipal 16'  
2. Subbaß 16'  
3. Oktave 8'  
4. Gedackt 8'  
5. Holzflöte 4'  
6. Nachthorn 2'  
7. Hintersatz V   1995 
8. Posaune 16'  
9. Trompete 8'  
10. Cornett 4' statt Singend Cornett 2' 
Nebenregister
1. Manualkoppel RP/HW    
2. Manualkoppel BW/HW    
3. Pedalkoppel HW/P    
4. Pedalkoppel RP/P    
5. Pedalkoppel BW/P    
  Handhebel für Schwelltüren    
  Schleifladen    
  Spieltraktur: mechanisch    
  Registertraktur: mechanisch    

Die Chororgel

 


Die 1984 von Paul Ott (Göttingen) als Serieninstrument erbaute Chororgel ersetzte eine wohl um 1950 von der Firma Emanuel Kemper erbaute Übungsorgel, die zuvor in der Musikhochschule gestanden hatte und ihren Platz in einem Seitenraum der Observantenkirche fand.
Die neue Ott-Orgel wurde zunächst in der Taufkapelle aufgestellt. Derzeit hat sie ihren Platz unter einem Fenster an der nordwestlichen Wand des Hauptschiffes, wo sie vielfältiger in Konzert und Liturgie eingesetzt werden kann.
Die alte Kemper-Orgel (neben der Schuke-Orgel im Diakonissenmutterhaus eine der ersten mechanischen Schleifladenorgeln  nach dem Ende der "pneumatischen" Epoche in Münster) fand ihren neuen Platz in einem Übungsraum der Westfälischen Schule für Musik an der Himmelreichallee - zunächst in unverändertem Zustand. Derzeit ist sie nicht benutzbar. Sie soll zukünftig mit einem neuem Prospekt und einem gebrauchten elektrischen Spieltisch im Dachgeschoss der Musikschule wieder spielbar gemacht werden.

I. Manual C-g'''
1. Prinzipal 8'  
2. Holzflöte 4'  
3. Oktave 2'  
4. Mixtur II-III    
II. Manual C-g'''
1. Gedackt 8'  
2. Rohrflöte 4'  
3. Schwiegel 2'  
4. Sesquialter II    
Pedal C-f'
1. Subbass 16'  
Nebenregister
1. Manualkoppel II/I    
2. Pedalkoppel I/P    
3. Pedalkoppel II/P    
4. Tremulant    
  Schleifladen    
  Spieltraktur: mechanisch    
  Registertraktur: mechanisch    

 

Das Continuopositiv

Die Kirche verfügt ferner über ein Continuopositiv von Gustav Steinmann (Vlotho).

Manual C-g'''
1. Gedackt 8' B / D
2. Rohrflöte 4' B / D  
3. Prinzipal 2' B / D  
4. Quinte 1 1/3' D  
5. Oktave 1'  
6. Regal 8'  
Pedal C-f' angehängt

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